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Abgrenzung statt Kameradschaft
Rolf Lemcke am 25.03.2019 um 16:10 (UTC)
 Zwei Tage voller Informationen, Diskussionsrunden und der viel gepriesenen Kameradschaft. So zumindest lässt sich die Kommandantentagung in Ehingen in einem Satz beschreiben. Klingt alles richtig gut und verbindet es mit einer gehörigen Portion Spaß. Doch wenn man sich in den Reihen der Gardisten umschaut und sich über das Verhalten so seine Gedanken macht, bleibt bei einigen die Kehle trocken.
Es ist wie in Schulen oder beim Arbeitsplatz. Es bilden sich kleine Gruppen, die sich praktisch abgrenzen oder Anderen keine Gelegenheit bieten, einen Teil dieser Gruppen zu werden. Bei manchen Vereinen erscheint es gar so, dass man sie meidet - aus welchen Gründen auch immer. Ist es, weil diese Wehren zu klein sind und daher an Bedeutung verlieren? Oder haben jene Gardisten einfach Probleme Kontakt aufzunehmen? Vielleicht sogar, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben? Ich nenne so etwas Abgrenzung.

Unter Kameradschaft verstehe ich etwas anderes. Während meiner Wehrdienstzeit bei der Bundeswehr, die schon Jahrzehnte zurückliegt, habe ich gelernt was Kameradschaft bedeutet. Das füreinander Einstehen, Probleme gemeinsam lösen oder einfach zusammen Erfahrungen widerstehen, die der Kameradschaft schaden können. Das müssten die meisten Gardisten eigentlich doch selber erlebt haben.
Klar, man kann nicht erwarten, dass unser Landeskommandant jeden persönlich anspricht oder die Probleme auf Anhieb erkennt, die so manchen belasten. Das wäre auch zu viel verlangt. Aber zumindest mal die Menschen betrachten, die den Anschein einer Abgrenzung aufweisen und vielleicht auf sie zugehen. Es ist wie in der Wirtschaft, wo man denen zuspricht, die am meisten zu bieten haben. Ein humanes Problem, das auf der ganzen Welt zu finden ist. Aber bei Menschen, die die Kameradschaft hochloben?

Wie kann man das Problem der Abgrenzung beseitigen? Es betrifft auf jeden Fall beide Seiten. Jene, die diese Abgrenzung erfahren und jene, die fast schon unnahbar wirken. „Aufeinander zu gehen“ heißt die Devise. Doch letztendlich bleibt nur noch die Frage, wer den ersten Schritt macht.
Im Grunde genommen ist es einfacher auf die abgegrenzten, fast schon ausgeschlossenen Kameradinnen und Kameraden zuzugehen, als darauf zu warten, dass sie den ersten Schritt machen. Sie sollten erfahren, dass auch sie wichtig sind und nicht nur eine Quote erfüllen.

Ich mache „nur“ die Pressearbeit in unserem kleinen Verein und bin bei den meisten Veranstaltungen nicht einmal dabei. Eine Uniform gehört nicht zu meiner Ausrüstung, sondern meine Erfahrung als Journalist. Und wenn es sein muss, auch mal eine spitze Feder. Dennoch ist auch für mich die Kameradschaft sehr wichtig. Und dieses Wort sollte gerade bei den Wehren nicht nur eine Floskel sein. Denn die Großen sollten den Kleinen unter die Arme greifen, die Starken den Schwachen helfen. Auch wenn unsere Welt in Wahrheit so nicht abläuft.
 

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